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Dienstag, 3. Oktober 2017

Tom Rob Smith | Kind 44 | Leo Demidow 1 | Rezension



Dieses Buch habe Ich als Mängelexemplar gekauft, nur wegen des Klappentextes.
Es wurde verfilmt, allerdings kenne Ich den Film bislang nicht. Und als Ich auf Instagram bekanntgab, dass Ich es lesen möchte, kam direkt super Feedback zum Buch und so oft hat man das ja auch nicht... :-)


Moskau 1953. Auf Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginn er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr ...


Titel: Kind 44
Originaltitel: Child 44
Reihe: Leo Demidow
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 506
Erschienen: 04.01.2010
Bewertung: 5 von 5 Sternen

Ein ganz großer Pluspunkt für diesen Roman ist die Atmosphäre. Russland in einer derartigen Szenerie kennenzulernen ist fantastisch, macht neugierig und lässt einen nicht kalt (obwohl es da ja immer kalt ist).

Leo Demidow ist ein verheirateter Mann mit hohem Ansehen. Schnell wird klar, dass er bislang auch nach den üblichen Gesellschaftsrichtlinien gelebt hat, wie man es von ihm erwartet hätte: Gehorche deinem Führer, mach etwas aus dir und heirate sobald es dir möglich ist.

Womit Ich über seine Frau Raisa sprechen möchte. Sie ist Lehrerin und geht in ihrem Job völlig auf. Daheim allerdings ist die Stimmung nicht perfekt - Sie macht was von ihr erwartet wird. Kocht, putzt und kümmert sich um eheliche Pflichten. Von Raisas Vergangenheit erfahren wir nicht sonderlich viel, ebenso wenig über ihr Gefühlsleben. 
Nie wird auch nur gesagt, dass Leo und Raisa einander lieben, es wirkt mehr wie eine zwecksmäßige Ehe, weil man das eben so macht.

Und dann Leos Beruf. Sein Team, seine Aufträge und seine voranstreitende Intelligenz. Kann man es Intelligenz nennen? Nun denn. Leo fallen nach einem Kindsmord Dinge auf, die von anderen als Nebensächlichkeiten oder Ähnlichem abgetan wurden. 

Es gibt keine Verbrechen in der Sowjetunion. Stalins Worte und damit Gesetz. Dennoch kann Leo diese "Nebensächlichkeiten" nicht ignorieren. Als es schließlich als eventuelles Verbrechen gehändelt wird, findet die Justiz natürlich schnell einen Schuldigen: Er muss doch nur ins Bild passen, ob er's war oder nicht.

So zieht sich die Geschichte fort. Leos Ermittlungen und seine Entwicklung in Richtung antistalinistischem Handeln. Er wird ins Exil mit seiner Frau geschickt und doch kommt er nicht darum weiter zu ermitteln, denn allem Anschein nach hat sich der Mörder nicht auf Moskau beschränkt.

Leo und Raisa hinter dem Gesetz. Spannend und absolut glaubwürdig.

Natürlich möchte Ich auch etwas über die Fakten erzählen.
 Tom Rob Smith schreibt in einer Weise, die gut zu lesen und verstehen ist. Spannungsaufbauend und wie man sich das eben wünscht: Man möchte direkt weiterblättern!
Eine wirkliche Gliederung finden wir indes nicht, die Kapitel sind zwar nicht willkürlich gewählt, doch sind sie oft lang und für kurzweilige Leser, die kapitelweise lesen sicherlich nicht so optimal. 

Die Entwicklung der Geschichte und der Hintergrund des "Kind 44" faszinierten mich sehr. Die Gewalt und das Leben in der Sowjetunion geben dem Ganzen eine ungemütliche, aber interessante Atmosphäre. 
Fakt ist, lebst Du nicht für Stalin bist Du gegen Ihn. 

Ich fands großartig. Vom Anfang bis zur eigentlichen Geschichte zum Ende. Und dafür vergebe ich für "Kind 44"

5 von 5 Sternen!

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